Die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben braucht dringend ausländische Fachkräfte

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Trotz der konjunkturellen Schwäche bleibt der Fachkräftemangel ein Dauerthema für die Unternehmen in Bayerisch-Schwaben. Daher begrüßt die IHK das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das am 1. März in Kraft tritt. Die Wirtschaft in Bayerisch-Schwaben leidet nach wie vor massiv unter dem Fachkräftemangel. Das hat eine Umfrage der IHK Schwaben ergeben. Demnach sehen 52 Prozent der Unternehmen darin ein Risiko für ihre künftige wirtschaftliche Entwicklung. Der Fachkräftemangel bleibt damit Risikofaktor Nummer eins. „Betroffen davon sind nicht nur die Firmen selbst. Der Fachkräftemangel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfung in unserer Region negativ aus“, warnt Dr. Andreas Kopton, Präsident der IHK Schwaben.

Jedes zweite Unternehmen hat offene Stellen
Trotz konjunktureller Schwächen blicken die Unternehmer inzwischen wieder optimistischer in die Zukunft, wie die jüngste Konjunkturumfrage gezeigt hat. Damit steigt der Druck auf die Personalsituation. Laut der Umfrage haben mehr als die Hälfte der Betriebe in Bayerisch-Schwaben offene Stellen, die sie seit längerer Zeit nicht besetzen können. 13 Prozent der Unternehmen halten derzeit an Fachkräften fest, obwohl sie sie aktuell nicht zwingend bräuchten. Besonders betroffen sind die Logistikbranche und der Tourismus.

Hochschulen fehlen Kapazitäten, Ausbildungsbetrieben die Bewerber
Dass Besserung nicht in Sicht ist, zeigt ein Blick auf den Ausbildungsmarkt oder an die Hochschulen in Bayerisch-Schwaben, die unter Kapazitätsengpässen leiden. „Es ist absehbar, dass wir den künftigen Fachkräftebedarf in unserer Region weder durch die duale Ausbildung noch durch ein akademisches Studium decken werden“, sagt der IHK-Präsident. Die duale Ausbildung sei zwar nach wie vor ein Erfolgsmodell. Doch die Zahl der neu abgeschlossenen Verträge war auch 2019 rückläufig. Viele Stellen waren unbesetzt geblieben, weil Firmen keine geeigneten Bewerber fanden. Auch für das kommende Ausbildungsjahr sind aktuell noch rund 650 Stellen, die in der Lehrstellenbörse der IHK Schwaben registriert sind, offen. „Wenn wir es nicht schaffen, den Fachkräftebedarf in unserer Region selbst zu decken, ist unsere einzige Chance, gut ausgebildete Leute von außen zu holen“, sagt Dr. Andreas Kopton. „Daher setzen wir große Hoffnungen in das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Es macht es unseren Unternehmen einfacher, qualifizierte Mitarbeiter im Nicht-EU-Ausland anzuwerben. Das gilt nun für alle beruflich Qualifizierten und nicht nur für jene aus Mangelberufen.“


Verfahren dürfen sich nicht monate- oder jahrelang hinziehen

Der IHK-Präsident warnt jedoch: Das Gesetz dürfe nicht zur unüberwindbaren bürokratischen Hürde für Unternehmen werden. „Wichtig ist, dass die Regelungen auch für kleine und mittlere Unternehmen umzusetzen sind.“ Die IHK Schwaben begrüßt, dass wie vom bayerischen Kabinett beschlossen eine zentrale Servicestelle für ein beschleunigtes Verfahren eingerichtet wird. „Wichtig ist, dass potenzielle Zuwanderer und Betriebe, die dringend auf Fachkräfte angewiesen sind, schnell zueinander finden und die Anerkennungsverfahren sich nicht monate- oder jahrelang hinziehen.“ Zudem müssten potenzielle Bewerber im Ausland auf die neuen Möglichkeiten hingewiesen werden. Dazu sei es wichtig, aktiv dafür zu werben, so Kopton weiter.

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