Ein Leitbild für die Stadt

© Stadt Ingolstadt / Schalles
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Angesetzt auf ein Jahr sind aus dem Innenstadtprozess etliche konkrete Maßnahmen hervorgegangen, die sich zum Teil bereits in Umsetzung befinden: So bekommt Ingolstadt eine Fachkraft für Standortmarketing, die Neugestaltung des Viktualienmarkts wird durch eine eigens eingerichtete Task Force vorangetrieben, Leerstände sollen in einem Kataster erfasst und die gewerbliche Mietersuche durch professionelle Vermarktung unterstützt werden. Bei der Sitzung des Runden Tisches Innenstadt am gestrigen Mittwoch ging Oberbürgermeister Dr. Christian Scharpf einen Schritt weiter und kündigte einen neuen Prozess zum Thema Vision und Stadtidentität an.

„Wir haben eine spannende Geschichte, sind Hochschulstadt und Automobilstadt, liegen im Herzen Bayerns – aber was macht uns wirklich aus? Und vor allem: Wohin wollen wir uns entwickeln?“ Diese Fragen haben sich in den vergangenen Monaten auch die drei Arbeitskreise Vision, Identität und Diversität gestellt und erste Antworten gefunden, die laut Dr. Scharpf vor allem eines deutlich machen: „Wir brauchen eine noch breitere gesellschaftliche Diskussion.“ Deswegen möchte er im Anschluss an den Innenstadtprozess zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern ein Leitbild für die Stadt entwickeln, es soll eines der prioritär behandelten Handlungsfelder im Standortmarketing werden.

Der Oberbürgermeister lobte den Einsatz des Runden Tisches mit seinen etwa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und den der Arbeitskreise mit bis zu 200 Aktiven: „Drei Viertel des Weges sind geschafft!“ Projektkoordinatorin Anita Hirsch – zuvor bei der IFG und nun im Wirtschaftsreferat– stellte den Entwurf für die Abschlussbroschüre vor, dessen Gestaltung die Dynamik des Prozesses widerspiegeln soll: Der Claim „StartING“ und das gestalterische Element Klebebänder / Baustellenbänder signalisieren, dass die Innenstadtentwicklung mit Druck des Konzeptpapiers nicht abgeschlossen ist, sondern die Umsetzung der Maßnahmen nun erst richtig los geht und in der Stadt sichtbar gemacht wird.

Im Rahmen der Sitzung stellten sich auch zwei neue Fachkräfte vor: Christine Daffner ist bei der IFG zuständig für Gewerbeflächenmanagement und -marketing und wird künftig das Leerstandsmanagement der Innenstadt übernehmen; Valentin Herbold ist in der neu geschaffenen Funktion des „Innenstadtkümmerers“ Ansprechpartner und Netzwerker für die Innenstadt.

Wirtschaftsreferent Prof. Dr. Georg Rosenfeld gab einen Einblick über die Projekte, die von anfangs 500 Ideen auf nun 55 Maßnahmen verdichtet wurden. Diese sind bereits den Verantwortlichen in Stadtverwaltung und IFG zugeordnet und größtenteils mit ersten Kostenschätzungen hinterlegt. Im Juli soll der Abschlussbericht mit Steckbriefen für jede Maßnahme vorliegen, die neben einer Beschreibung auch einen Umsetzungspfad vorsehen und somit eine Grundlage für das künftige Monitoring des Projektfortschritts bilden.

Oberbürgermeister Scharpf ist eines besonders wichtig: „Im besten Sinne arbeiten wir hier auf einer Baustelle und nutzen die Zeit während der Pandemie für die Innenstadt sehr gut. Hoffen wir, dass es nach dem Tal wieder bergauf geht.“ Er versprach: „Mit Verschriftlichung der Maßnahmen und Behandlung durch den Stadtrat wird die Umsetzung der Ideen weitergehen.“

Text-/Bildnachweis: © Stadt Ingolstadt / Schalles