Tourismus in Bayern

Dirk Schiff auf Pixabay
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Als Urlaubsregion ist Bayern beliebt wie nie. Das zeigen immer neue Rekorde: Vergangenes Jahr gab es erstmals mehr als 100 Millionen Übernachtungen im Freistaat, ein Plus von 2,3 Prozent zum Vorjahr. Die aktuelle Lage der Branche hat das Wirtschaftsministerium präsentiert. Demnach kamen vergangenes Jahr drei Viertel der Übernachtungsgäste aus Deutschland – und ein Viertel aus dem Ausland. Die meisten Übernachtungen zählt Oberbayern – allein die Landeshauptstadt München kommt auf über 18 Millionen Übernachtungen. Die meisten ausländischen Gäste kommen aus Österreich, gefolgt von den USA und den Niederlanden. Insgesamt boomt die Branche also, auch mit Blick auf den Umsatz. Aber die Präsidentin des bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands, Inselkammer, sieht nicht nur Gewinner, sondern auch Verlierer.Vor allem in eher ländlichen Regionen geht das Wirtshaussterben um. Es beginnt häufig damit, dass die Kinder der Wirte oft keine Lust mehr haben, den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Sie sagen: Woanders verdiene ich mehr Geld auf leichtere Art. Deswegen fordert Inselkammer auch von der Politik bessere Rahmenbedingungen für die Gastronomie. Vor allem zwei Punkte sollten aus ihrer Sicht geändert werden. Erstens die Mehrwertsteuerregelung: In der Systemgastronomie, sprich in jedem Drive In, zahlt der Gast sieben Prozent Mehrwertsteuer. In einem bayerischen Gasthaus sind es dagegen 19 Prozent. Absolut widersinnig, findet auch Wirtschaftsminister Aiwanger.

Zweitens sind aus Sicht der Branche flexiblere Arbeitszeiten nötig. Insgesamt soll aber nicht mehr gearbeitet werden. Nur, wenn eben viel los ist, dann sollen die Angestellten auch mal 12 Stunden am Stück arbeiten und später dafür frei nehmen dürfen. Bisher ist das nicht möglich. Wirtschaftsminister Aiwanger will das Arbeitszeitgesetz über eine Bundesratsinitiative ändern.

Aus Sicht des Hotel- und Gaststättenverbands wären flexiblere Arbeitszeiten auch ein wirksames Mittel gegen den Fachkräftemangel. Der ist in der Branche bekanntlich besonders groß.

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